Allgemein

turn*left – 9 Jahre besser Scheitern…

Gepostet am

Unsere Genoss_innen von turn*left haben ihre Auflösung bekanntgegeben.

Wir werden Euch vermissen!

“ […] Vom Dissens zwischen politischen Gruppen und auch innerhalb unserer Gruppe auszugehen und auf dessen Grundlage eine gemeinsame politische Praxis zu finden, halten wir für unerlässlich. Doch darin sind wir letztlich in unserem Projekt gescheitert, den Dissens politisch produktiv zu organisieren und langfristig handlungsfähig zu machen. […]“ mehr lesen

https://turnleft.noblogs.orgtl

 

Advertisements

When they kick at our front door… Öffentliche Verabredung gegen Repression

Gepostet am Aktualisiert am

Nicht erst seit den Protesten gegen den G20 Gipfel setzt der
Repressionsapparat Hausdurchsuchungen in unseren Wohnungen und Zentren
als politisches Mittel gegen linke Strukturen und Aktivist*innen ein.
Dennoch vermehrt sich die Zahl der Razzien nach Großevents, so auch nach
dem G20-Gipfel in Hamburg.
Im Angesicht dieser Entwicklungen haben wir uns als Teile der radikalen
Linken aus dem Raum Frankfurt/Offenbach auf ein gemeinsames Vorgehen
verständigt. Wir halten es für wichtig, verbindliche Verabredungen
bereits im Voraus zu treffen, um im entsprechenden Fall möglichst
schnell und gemeinsam reagieren zu können. So wollen wir uns, sollte es
zu einer oder mehreren politisch motivierten Hausdurchsuchung(en) in
unseren Städten kommen, noch am selben Abend um 19 Uhr im Klapperfeld
treffen. Um das Entstehen von Gerüchten und Spekulationen zu verhindern,
geht es uns hier vor allem um den Austausch von Informationen. Auch
wollen wir hier über das ob und wie einer politischen Antwort beraten
werden. Diese Treffen sind offen für alle Genoss_innen und leben von der
zahlreichen Beteiligung!
Zusätzlich wollen wir versuchen schon während der Razzia, sollte uns die
Adresse bekannt sein, vor Ort zu sein und unsere Unterstützung zu
zeigen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es möglich ist, Druck
auszuüben, die repressiven Maßnahmen zu verkürzen und die Arbeit der
Behörden zu erschweren. Wenn ihr von Hausdurchsuchungen betroffen seid,
sagt Unterstützer_innen Bescheid, die eine Uhrzeit und einen Anlaufpunkt
raushauen können. Bitte handelt bei Veröffentlichungen
verantwortungsvoll: keine Namen, keine Strukturen, keine Hausnummern.

Wir laden daher alle Gruppen und Einzelpersonen, die sich in gleicher
Weise betroffen fühlen, ein, sich dieser Verabredung anzuschließen und
abends um 19 Uhr ins Klapperfeld zu kommen.
Gemeinsam gegen Repression – Solidarität ist eine Waffe!

Blame the System, not the Victim!

Gepostet am Aktualisiert am

barabend flyer

Redebeitrag anlässlich der Kundgebung gegen sexuelle Belästigung, Sexismus und Ausnutzung von Machtgefällen am 17. Januar 2018 (Goethe Uni Frankfurt/Main)

Wenn sexistische Übergriffe oder sexualisierte Gewalt öffentlich werden, folgt häufig ein öffentlicher Schock, verbunden mit einem großen Aufschrei. Auch in den letzten Jahren, Monaten und Wochen – im Zuge der #metoo Kampagne oder aber auch auf dem Campus – schien die Öffentlichkeit von der Drastik und Gewaltförmigkeit des herrschenden Sexismus‘ überrascht. [mehr lesen]

Selbstverständnis fantifa.frankfurt (01/2018)

Gepostet am Aktualisiert am

rote fahne

∙ queer ∙ pervers ∙ arbeitsscheu∙

Der nachfolgende Text stellt eine Zusammenfassung unseres fortlaufenden Diskussionsprozesses der letzten Jahre dar. Anspruch auf Konsistenz oder Abgeschlossenheit erhebt er nicht – vielmehr möchten wir darin einige, uns wichtige, Positionen wiedergeben. Diese sind Ergebnisse unserer gesellschaftlichen Analyse, Ausgangspunkte unserer Organisierungsform und Inhalte unserer queerfeministischen, antifaschistischen Politik. Für uns ist es ein Teil queerer Interventionen, Haltungen darzustellen, die nicht fest und unveränderlich, sondern vielmehr offen, teilweise vielleicht widersprüchlich und wandelbar sind – ebenso, wie die Gesellschaft auch. Wir erheben daher an diesen Text nicht die Anforderung der Abgeschlossen- oder Vollständigkeit. Unser Selbstverständnis folgt daher immer den sich wandelnden konkreten historisch-materiellen Bedingungen. [mehr lesen] 

Gepostet am Aktualisiert am

Für eine linksradikale Israel-Solidarität! 

Wir unterstützen den Text der Gruppe 8. Mai 

„[…] Wir suchen dabei kein neues Heimatland in Israel – unsere Solidarität ist nicht-identitär, denn wir sind keine israelischen Bürger_innen oder Fans dieses Landes, sondern leben als Communist_innen in und gegen Deutschland. Zugleich ist unsere Solidarität mit Israel bedingungslos: weder verklären wir das israelische Essen und Nachtleben noch loben wir die lebendige Demokratie oder besondere Toleranz der israelischen Gesellschaft. Auch betreiben wir keine Außenpolitik-Simulation oder wollen als Militärberater_innen bei der IDF anheuern. Ganz nüchtern geht es einzig und allein um diesen Punkt: dass Auschwitz nie wieder sei, und Israel sich, solange es nötig ist, gegen seine antisemitischen Feind_innen verteidigen kann. Dieses Vorhaben versuchen wir, durch den Angriff auf den deutschen Antisemitismus in all seinen Formen zu unterstützen. Die Linke sollte diesen Kampf als selbstverständlichen Teil ihres Kampfes gegen Rassismus, Kapitalismus und für eine bessere Welt, in der man als Individuum „ohne Angst verschieden sein kann“ (Theodor W. Adorno), verstehen.
Am längsten lebe Israel – Deutschland das Existenzrecht entziehen!“ mehr lesen

Anti-Abtreibungsparagraphen abschaffen! Für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung!

Gepostet am Aktualisiert am

23509145_751500678393047_6851439954669057956_oVor dem Gießener Landgericht wird am 24.11.2017 ein Strafverfahren gegen die Allgemeinmedizinerin Kristina Hänel verhandelt. Der Vorwurf: Werben für den Schwangerschaftsabbruch, strafbar nach § 219a StGB. Die Ärztin hatte auf der Praxishomepage angegeben, neben anderen medizinischen Leistungen auch Schwangerschaftsabbrüche vorzunehmen und Informationen zu dem Thema verlinkt. In
dieser sachlichen Information sieht die Gießener Staatsanwaltschaft offenbar einen Verstoß gegen das Werbungsverbot für Schwangerschaftsabbrüche.

An dem Fall zeigt sich einmal mehr, dass Gesetzgeber und Exekutive ungerechtfertigter Weise beanspruchen, Macht und Kontrolle über (weibliche) Körper auszuüben. Das geht so weit, dass Schwangerschaftsabbrüche komplett anders behandelt werden, als andere medizinische Eingriffe. Dies gilt auch nach der letzten Reform der Abtreibungsgesetzgebung noch fort, mit der die sogenannte Fristen- und Beratungslösung in Gesetzesform gegossen wurde. Schwangerschaftsabbrüche sind hiernach in der BRD immer noch nicht grundsätzlich legal, sondern nur unter bestimmten Voraussetzungen straffrei. Das setzt zum einen voraus, dass die 12. Schwangerschaftswoche noch nicht überschritten ist. Ist das der Fall, müssen sich Schwangere, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen wollen, einer diskriminierenden Beratungsprozedur unterziehen.
Das zeigt, dass der Gesetzgeber ihnen offenbar nicht zutraut, selbst zu entscheiden, ob sie ein Kind gebären möchten oder nicht. Teil der Fristen- und Beratungslösung ist auch, dass der Schwangerschaftsabbruch nicht von der Stelle durchgeführt werden darf, die das verpflichtende Beratungsgespräch führt. Die Schwangeren müssen sich für den Abbruch selbst also eine*n andere*n Ärzt*in suchen. Dass sie hierbei in der Praxis auf die Empfehlungen der Beratungsstellen angewiesen und
beschränkt sind, zeigt sich an dem Fall der Ärztin Kristina Hänel. Zumindest nach Auffassung der Gießener Staatsanwaltschaft dürfen Ärzt*innen nämlich nicht einmal auf ihrer Homepage angeben, dass sie Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Den Betroffenen wird es hierdurch nahezu unmöglich gemacht, sich selbst zu informieren und sich selbst auszusuchen, wer den Eingriff vornehmen soll. Sie werden also faktisch in ihrer für andere ärztliche Eingriffe geltenden freien Ärzt*innenwahl eingeschränkt.

Das alles kann nicht sein! Dass Schwangerschaftsabbrüche derart anders behandelt werden als andere medizinische Eingriffe, ist ein Skandal. Schwangeren muss es erlaubt sein, selbst zu entscheiden, ob sie einen Schwangerschaftsabbruch wollen. Es muss aufhören, dass Schwangere, die einen Abbruch wollen, gemaßregelt statt unterstützt werden. Sie müssen sich außerdem frei informieren können, wer diesen Eingriff vornehmen kann und eine eigene Ärzt*innenwahl treffen können. Wir fordern einen Freispruch für Kristina Hänel und außerdem die Abschaffung aller Anti-Abtreibungsgesetze. Menschen die schwanger werden können, müssen das uneingeschränkte Recht haben, über ihren Körper selbst zu bestimmen.

Kommt alle zur Kundgebung am 24.11.2017 um 8.30 Uhr vor dem Landgericht, Ostanlage 15 in Gießen!

Fight the norm

Gepostet am Aktualisiert am

fight the norm

Workshopwochenende anlässlich des geplanten „Deutschen Gender Kongresses“ von antifeministischen, misogynen und LGBTQI*-feindlichen Vereinen in Frankfurt.

Der Rechtsruck in Deutschland zeigt sich in vielerlei Gestalt, eindeutig artikuliert er sich in antifeministischen Mobilisierungen auf der Straße. Regional fand die „Demo für alle“ in Wiesbaden statt, während für den Mai 2017 in Frankfurt der „Deutsche Gender Kongress“ geplant war. Hinter dem unverdächtig anmutenden Titel verbirgt sich ein pseudowissenschaftliches Treffen von Männer- und Väterverbänden, das ebenfalls Referenten aus der AFD einlud. Die Erhaltung des heteronormativen Familienideals, die praktische Täter*innen-Opfer-Umkehr und nicht zuletzt die
Identifizierung des „Feminismus“ als explizites Feindbild sind dabei nur einige Themen, die eine große Schnittmenge zu konservativen Feullitonist*innen offenlegen und sich auch in bürgerlichen Kreisen an Beliebtheit erfreuen.

Im Vorfeld laden wir, das Bündnis „Fight the Norm“, alle Interessierten zur Auseinandersetzung mit dem Thema, denn zu oft ist es ein blinder Fleck in linken Debatten. Der Kongress soll dabei ebenfalls als Reflektionsort all jener dienen, die im Bereich der Pädagogik tätig sind oder dies planen.

Zur Veranstaltung