Allgemein

Blame the System, not the Victim!

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Redebeitrag anlässlich der Kundgebung gegen sexuelle Belästigung, Sexismus und Ausnutzung von Machtgefällen am 17. Januar 2018 (Goethe Uni Frankfurt/Main)

Wenn sexistische Übergriffe oder sexualisierte Gewalt öffentlich werden, folgt häufig ein öffentlicher Schock, verbunden mit einem großen Aufschrei. Auch in den letzten Jahren, Monaten und Wochen – im Zuge der #metoo Kampagne oder aber auch auf dem Campus – schien die Öffentlichkeit von der Drastik und Gewaltförmigkeit des herrschenden Sexismus‘ überrascht. [mehr lesen]

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Selbstverständnis fantifa.frankfurt (01/2018)

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∙ queer ∙ pervers ∙ arbeitsscheu∙

Der nachfolgende Text stellt eine Zusammenfassung unseres fortlaufenden Diskussionsprozesses der letzten Jahre dar. Anspruch auf Konsistenz oder Abgeschlossenheit erhebt er nicht – vielmehr möchten wir darin einige, uns wichtige, Positionen wiedergeben. Diese sind Ergebnisse unserer gesellschaftlichen Analyse, Ausgangspunkte unserer Organisierungsform und Inhalte unserer queerfeministischen, antifaschistischen Politik. Für uns ist es ein Teil queerer Interventionen, Haltungen darzustellen, die nicht fest und unveränderlich, sondern vielmehr offen, teilweise vielleicht widersprüchlich und wandelbar sind – ebenso, wie die Gesellschaft auch. Wir erheben daher an diesen Text nicht die Anforderung der Abgeschlossen- oder Vollständigkeit. Unser Selbstverständnis folgt daher immer den sich wandelnden konkreten historisch-materiellen Bedingungen. [mehr lesen] 

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Für eine linksradikale Israel-Solidarität! 

Wir unterstützen den Text der Gruppe 8. Mai 

„[…] Wir suchen dabei kein neues Heimatland in Israel – unsere Solidarität ist nicht-identitär, denn wir sind keine israelischen Bürger_innen oder Fans dieses Landes, sondern leben als Communist_innen in und gegen Deutschland. Zugleich ist unsere Solidarität mit Israel bedingungslos: weder verklären wir das israelische Essen und Nachtleben noch loben wir die lebendige Demokratie oder besondere Toleranz der israelischen Gesellschaft. Auch betreiben wir keine Außenpolitik-Simulation oder wollen als Militärberater_innen bei der IDF anheuern. Ganz nüchtern geht es einzig und allein um diesen Punkt: dass Auschwitz nie wieder sei, und Israel sich, solange es nötig ist, gegen seine antisemitischen Feind_innen verteidigen kann. Dieses Vorhaben versuchen wir, durch den Angriff auf den deutschen Antisemitismus in all seinen Formen zu unterstützen. Die Linke sollte diesen Kampf als selbstverständlichen Teil ihres Kampfes gegen Rassismus, Kapitalismus und für eine bessere Welt, in der man als Individuum „ohne Angst verschieden sein kann“ (Theodor W. Adorno), verstehen.
Am längsten lebe Israel – Deutschland das Existenzrecht entziehen!“ mehr lesen

Anti-Abtreibungsparagraphen abschaffen! Für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung!

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23509145_751500678393047_6851439954669057956_oVor dem Gießener Landgericht wird am 24.11.2017 ein Strafverfahren gegen die Allgemeinmedizinerin Kristina Hänel verhandelt. Der Vorwurf: Werben für den Schwangerschaftsabbruch, strafbar nach § 219a StGB. Die Ärztin hatte auf der Praxishomepage angegeben, neben anderen medizinischen Leistungen auch Schwangerschaftsabbrüche vorzunehmen und Informationen zu dem Thema verlinkt. In
dieser sachlichen Information sieht die Gießener Staatsanwaltschaft offenbar einen Verstoß gegen das Werbungsverbot für Schwangerschaftsabbrüche.

An dem Fall zeigt sich einmal mehr, dass Gesetzgeber und Exekutive ungerechtfertigter Weise beanspruchen, Macht und Kontrolle über (weibliche) Körper auszuüben. Das geht so weit, dass Schwangerschaftsabbrüche komplett anders behandelt werden, als andere medizinische Eingriffe. Dies gilt auch nach der letzten Reform der Abtreibungsgesetzgebung noch fort, mit der die sogenannte Fristen- und Beratungslösung in Gesetzesform gegossen wurde. Schwangerschaftsabbrüche sind hiernach in der BRD immer noch nicht grundsätzlich legal, sondern nur unter bestimmten Voraussetzungen straffrei. Das setzt zum einen voraus, dass die 12. Schwangerschaftswoche noch nicht überschritten ist. Ist das der Fall, müssen sich Schwangere, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen wollen, einer diskriminierenden Beratungsprozedur unterziehen.
Das zeigt, dass der Gesetzgeber ihnen offenbar nicht zutraut, selbst zu entscheiden, ob sie ein Kind gebären möchten oder nicht. Teil der Fristen- und Beratungslösung ist auch, dass der Schwangerschaftsabbruch nicht von der Stelle durchgeführt werden darf, die das verpflichtende Beratungsgespräch führt. Die Schwangeren müssen sich für den Abbruch selbst also eine*n andere*n Ärzt*in suchen. Dass sie hierbei in der Praxis auf die Empfehlungen der Beratungsstellen angewiesen und
beschränkt sind, zeigt sich an dem Fall der Ärztin Kristina Hänel. Zumindest nach Auffassung der Gießener Staatsanwaltschaft dürfen Ärzt*innen nämlich nicht einmal auf ihrer Homepage angeben, dass sie Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Den Betroffenen wird es hierdurch nahezu unmöglich gemacht, sich selbst zu informieren und sich selbst auszusuchen, wer den Eingriff vornehmen soll. Sie werden also faktisch in ihrer für andere ärztliche Eingriffe geltenden freien Ärzt*innenwahl eingeschränkt.

Das alles kann nicht sein! Dass Schwangerschaftsabbrüche derart anders behandelt werden als andere medizinische Eingriffe, ist ein Skandal. Schwangeren muss es erlaubt sein, selbst zu entscheiden, ob sie einen Schwangerschaftsabbruch wollen. Es muss aufhören, dass Schwangere, die einen Abbruch wollen, gemaßregelt statt unterstützt werden. Sie müssen sich außerdem frei informieren können, wer diesen Eingriff vornehmen kann und eine eigene Ärzt*innenwahl treffen können. Wir fordern einen Freispruch für Kristina Hänel und außerdem die Abschaffung aller Anti-Abtreibungsgesetze. Menschen die schwanger werden können, müssen das uneingeschränkte Recht haben, über ihren Körper selbst zu bestimmen.

Kommt alle zur Kundgebung am 24.11.2017 um 8.30 Uhr vor dem Landgericht, Ostanlage 15 in Gießen!

Fight the norm

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fight the norm

Workshopwochenende anlässlich des geplanten „Deutschen Gender Kongresses“ von antifeministischen, misogynen und LGBTQI*-feindlichen Vereinen in Frankfurt.

Der Rechtsruck in Deutschland zeigt sich in vielerlei Gestalt, eindeutig artikuliert er sich in antifeministischen Mobilisierungen auf der Straße. Regional fand die „Demo für alle“ in Wiesbaden statt, während für den Mai 2017 in Frankfurt der „Deutsche Gender Kongress“ geplant war. Hinter dem unverdächtig anmutenden Titel verbirgt sich ein pseudowissenschaftliches Treffen von Männer- und Väterverbänden, das ebenfalls Referenten aus der AFD einlud. Die Erhaltung des heteronormativen Familienideals, die praktische Täter*innen-Opfer-Umkehr und nicht zuletzt die
Identifizierung des „Feminismus“ als explizites Feindbild sind dabei nur einige Themen, die eine große Schnittmenge zu konservativen Feullitonist*innen offenlegen und sich auch in bürgerlichen Kreisen an Beliebtheit erfreuen.

Im Vorfeld laden wir, das Bündnis „Fight the Norm“, alle Interessierten zur Auseinandersetzung mit dem Thema, denn zu oft ist es ein blinder Fleck in linken Debatten. Der Kongress soll dabei ebenfalls als Reflektionsort all jener dienen, die im Bereich der Pädagogik tätig sind oder dies planen.

Zur Veranstaltung

Gruppenübergreifende Stellungnahme bzgl. der Vorwürfe des AK 8. Mai gegen die Gruppen der Kampagne „Make racist afraid again“

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15965815_1840621636209448_1461711861536084791_nDieser Text ist eine Klarstellung in der Debatte um die Sprühaktion gegen Free’s Bude. Er richtet sich einerseits an eine interessierte Öffentlichkeit, andererseits an diejenigen, deren Ziel es zu sein scheint, die Frankfurter Linke zu sabotieren und zu denunzieren, wie auch deren Bündnispartner*innen.

Die hier unterzeichnenden Gruppen sind sicherlich in ihren Ansichten, Positionen und Aktionen unterschiedlich – teilen aber das gemeinsame politische Projekt, die befreite Gesellschaft.

I. Eine Sprühaktion ist kein Anschlag. Die Aktion wurde, namentlich von AK 8.Mai, Zusammen e.V sowie Teilen der ANK, aufgebauscht und in den Kontext von rassistischen Brandanschlägen gestellt. Nach dem Prinzip der Kontaktschuld wird, durch die genannten Gruppen, ein Zusammenhang zwischen der Aktion, Antifa United Frankfurtund schließlich „der Antifa“ als Ganzes hergestellt. Sie setzen Islam und Salafismus gleich und solidarisieren sich mit einer reaktionären Strömung, um Frankfurer Antifaschist*innen mit Rassist*innen gleichzusetzen.

II. Kritik wurde in unsolidarischer Art und Weise geäußert. Während in dem Bekenner*innenschreiben niemals Antifa United Frankfurt genannt wird, konstruieren AK 8.Mai, Zusammen e.V und Teile der ANK eine unmittelbare Verbindung zwischen dem Bündnis und dem Schriftzug an Free‘s Bude. Dies ist eine Denunziation, die mit einer kritisch-solidarischen Auseinandersetzung nichts mehr zu tun hat. Mit Gruppen, die Andere denunzieren, arbeiten wir nicht zusammen.

III. Antifa United Frankfurt hat unter dem Motto „Make racists afraid again“ zu einer Kampagne gegen Nazis und Rassist*innen aufgerufen. Es handelt sich dabei um eine offene, autonome Kampagne, an der sich verschiedene Gruppen, Zusammenhänge und Einzelpersonen beteiligten. Es gibt keine zentrale Koordination oder Verantwortlichkeit für die einzelnen Aktionen, was eine kritische Bezugnahme nicht ausschließt. IV. Politische Aktionen, insbesondere militante, müssen inhaltlich begründet und ordentlich recherchiert sein. Dies muss das gesellschaftliche Klima und den politischen Kontext, hier den grassierenden antimuslimischen Rassismus und, im internationalen Rahmen, die konterrevolutionäre Rolle der islamistischen Bewegung, mitbeachten. (Als Beispiel solidarischer Kritik verweisen wir auf den Text von Recherche Rhein Main zum Tag an „Free’s Bude“ https://linksunten.indymedia.org/en/node/204240)

V. Die Kritik an Religion ist eine linke und aufklärerische Selbstverständlichkeit, die an den Verhältnissen ansetzt, die Religionen immer wieder hervorbringen. Dabei geht es nicht um die private Religionsausübung, sondern um den politisch-fundamentalistischen Ausdruck, der vollkommen inkompatibel zu linken Ansätzen ist. Wer sich mit religiösen Fundamentalist*innen wie z.B mit Islamist*innen, solidarisiert, verabschiedet sich aus jedem linken Konsens. Die Unterstellung, unsere Anliegen seien rassistisch, weisen wir aufs Schärfste zurück.

VI. Das Verhalten vom AK 8. Mai, Zusammen e.V. und Teilen der ANK beweist erneut, dass sie an der notwendigen Zusammenarbeit gegen Rassismus, Faschismus und Fundamentalismus nicht interessiert sind. Ihre Vorgehensweise ist unverantwortlich und unsolidarisch. Durch das Verlassen jeder methodisch sowie politisch akzeptablen Grundlage haben sie sich endgültig aus der Linken verabschiedet. Dies betrifft unsere Antirepressionsstandards sowie ihr Verhältnis zu Reaktionären.

Mit diesem Text ist für uns alles gesagt. Es wird von uns diesbezüglich keine weitere Stellungnahme, keine weitere Reaktion auf Texte und Provokationen mehr geben. Wir werden uns weiter dem Kampf gegen Faschist*innen und Rassist*innen, gegen Kapital und Patriarchat widmen.

Unterzeichnende Gruppen: fantifa.frankfurt, Linke Liste Frankfurt, YA Basta Rhein Main, Siempre* Antifa, turn*left Frankfurt, faites votre jeu, Internationales Zentrum Frankfurt, Antifa Kritik & Klassenkampf, kritik & praxis – radikale Linke [f]rankfurt, ADHK Frankfurt, Rote Hilfe – Ortsgruppe Frankfurt, ÖkoLinX-Antirassistische Liste, AK.069, Leftwing Rheingau

Falls ihr auch als unterzeichnende Gruppe aufgeführt werden möchtet, schreibt eine E-Mail an: mail@antifa-united.com zukommen.

„Betroffenen Hunde bellen“

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Ein Text von den Genoss*innen von Ak069, der solidarischen Bezug auf unseren Text zu Sexismus in der linken Szene nimmt:

„Auch die linksradikale Szene ist trotz ihrer kritischen Auseinandersetzung mit Herrschaftsverhältnissen nicht frei von ihnen. Dass die Auseinandersetzung mit der eigenen Männlichkeit immer noch ein wunder Punkt bei vielen Menschen zu sein scheint, spiegelt nichts besser wieder, als die Kommentarspalte auf „linksunten“ zu dem Artikel ”Sexismus in der linksradikalen Szene”.1
weiterlesen:
https://ak069.wordpress.com/2017/03/23/betroffene-hunde-bellen-sexismus-in-der-linksradikalen-szene/